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Prüfungssimulation

So bewertet der Prüfer: das elektronische Prüfprotokoll

Seit 2021 bewertet der Prüfer die praktische Prüfung nach einem festen Katalog und trägt alles auf einem Tablet ein, dem elektronischen Prüfprotokoll (ePP). Wer weiß, was dort steht, weiß, worauf es in jeder Situation ankommt.

Vor der Fahrt

Der Prüfer stellt sich vor, prüft deinen Ausweis und ob die vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen ist. Dann bittet er dich, Sitz, Spiegel und alles Persönliche einzustellen, und beobachtet, ob du an alles denkst. Das Ergebnis trägt er bereits ins Protokoll ein. Es folgt die Abfahrtkontrolle: Du zeigst stichprobenartig, dass das Fahrzeug in Ordnung ist. Danach erklärt er den Ablauf und wünscht dir Erfolg.

Die acht Fahraufgaben

Der Fahraufgabenkatalog beschreibt acht Fahraufgaben, einige mit Teilaufgaben: Ein- und Ausfädeln und Fahrstreifenwechsel, Kurven, Vorbeifahren und Überholen, Kreuzungen und Einmündungen, Kreisverkehr, Schienenverkehr, Haltestellen und Fußgängerüberwege, Geradeausfahren. Dazu kommen die Grundfahraufgaben wie Einparken und Gefahrbremsung. Für jede Aufgabe steht im Katalog, welches Verhalten erwartet wird, und für Sonderfälle gibt es Unterklassen, zum Beispiel Linksabbiegen bei rechts vor links, mit Schildern, mit Ampel oder mit Polizist.

  1. Ein- und Ausfädeln, Fahrstreifenwechsel
    Einfädeln (z. B. Autobahnauffahrt) · Ausfädeln · Fahrstreifenwechsel
  2. Kurven
  3. Vorbeifahren, Überholen
    Vorbeifahren an Hindernissen und Engstellen · Überholen anderer Verkehrsteilnehmer
  4. Kreuzungen, Einmündungen, Einfahren
    Überqueren · Rechts abbiegen · Links abbiegen · Einfahren in eine Straße
  5. Kreisverkehr
  6. Schienenverkehr
    Bahnübergänge · Straßenbahn und Gleise
  7. Haltestellen und Fußgängerüberwege
    Bus- und Straßenbahnhaltestellen · Fußgängerüberwege
  8. Geradeausfahren

Die fünf Kompetenzbereiche

Jede Anforderung gehört zu einem von fünf Bereichen: Verkehrsbeobachtung, Fahrzeugpositionierung, Geschwindigkeitsanpassung, Kommunikation und Fahrzeugbedienung. Dazu kommt umweltbewusstes Fahren. Genau diese Spalten sieht der Prüfer auf seinem Tablet, und in der Prüfungssimulation siehst du nach jeder Antwort, welche Spalte du getroffen hast.

VerkehrsbeobachtungSchaust du rechtzeitig, in die richtige Richtung und auch über die Schulter? Erkennst du Vorfahrt, Fußgänger und Radfahrer früh genug?
FahrzeugpositionierungFahrstreifen, Einordnen, Seitenabstand, wo du anhältst.
GeschwindigkeitsanpassungPasst dein Tempo zur Situation: bremsbereit heranfahren, Schrittgeschwindigkeit, rechtzeitig anhalten, zügig beschleunigen?
KommunikationBlinker rechtzeitig und richtig, kein Blinken im Kreisverkehr beim Einfahren, keine Handzeichen an Fußgänger, kein Hupen.
FahrzeugbedienungKupplung, Bremse, Lenkung, Gangwahl: ruckfrei, ohne Abwürgen, mit ruhigen Lenkbewegungen.

Was ein Fehler wiegt

Der Katalog nennt für jede Aufgabe Beispiele für überdurchschnittliche Leistungen, für leichte Fehler und für schwere Fehler, darunter solche, die zum sofortigen Abbruch der Prüfung führen. Entscheidend ist das Gefährdungspotenzial. Für manche Kriterien gibt es Richtwerte zu Abständen, Geschwindigkeiten und Korrekturzeiten. Jemandem die Vorfahrt nehmen oder einen Fußgänger gefährden wiegt schwer; ein zu zögerliches Anfahren ist eine Bemerkung.

Was der Prüfer während der Fahrt tut

Er beobachtet und trägt nur Ereignisse ein, gute wie schlechte, mit wenigen Tipps auf dem Tablet. Fährst du wie erwartet, muss er nichts eintragen. Machst du einen Fehler, versucht er später, eine ähnliche Situation noch einmal herbeizuführen, um zu sehen, ob es ein einmaliger Fehler war oder ein wiederkehrender. Das nennt sich adaptive Prüfstrategie: Der weitere Verlauf der Prüfung hängt davon ab, was bisher passiert ist. Praktisch heißt das: Ein Fehler ist nicht das Ende, aber derselbe Fehler zweimal wiegt schwer.

Die Bewertung und das Feedback

Nach der Fahrt bewertet der Prüfer jede Fahraufgabe und jeden Kompetenzbereich über alle Situationen hinweg mit sehr gut, gut, ausreichend oder nicht ausreichend und entscheidet dann über bestanden oder nicht bestanden. Er sagt dir das Ergebnis, erklärt seine Bewertung der fünf Bereiche und der entscheidenden Fahraufgaben an konkreten Ereignissen und gibt dir Tipps. Kurz danach bekommst du ein schriftliches Feedback, meist elektronisch: die Gesamtbewertung der fünf Bereiche und der acht Aufgaben, Hinweise zu allem, was nicht sehr gut war, und die einzelnen besonders guten Leistungen und Fehler. Das gilt nach bestandener wie nach nicht bestandener Prüfung.

Was das für dich heißt

Übe die Situationen aus dem Katalog, nicht irgendwelche. Achte in jeder Situation auf die fünf Bereiche, vor allem auf die Beobachtung: Der Prüfer sieht, wohin du schaust. Und wenn dir ein Fehler passiert: ruhig weiterfahren und ihn beim nächsten Mal nicht wiederholen, denn genau das prüft er.

Quelle: Erklärvideo von TÜV SÜD zur praktischen Fahrerlaubnisprüfung (Oktober 2022) und der Fahraufgabenkatalog der TÜV | DEKRA arge tp 21, Teil der Prüfungsrichtlinie. Die Beschreibung ist unsere Zusammenfassung; maßgeblich sind die Richtlinie und die Fahrerlaubnis-Verordnung. Erklärvideo von TÜV SÜD ansehen (YouTube)

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