Die kurze Antwort: Die praktische Prüfung Klasse B dauert 55 Minuten (davon rund 25 Minuten Fahrzeit), besteht aus Abfahrtkontrolle, Fahrt im Verkehr und drei Grundfahraufgaben, und rund ein Drittel fällt durch. Wer den Ablauf kennt und die typischen Fehler gezielt trainiert, geht mit einem massiven Vorteil hinein.
Der Ablauf im Überblick
Die Prüfung Klasse B dauert insgesamt 55 Minuten, davon etwa 25 Minuten reine Fahrzeit im Verkehr. Mit im Auto: dein Fahrlehrer (auf dem Beifahrersitz) und der Prüfer von TÜV oder DEKRA (hinten).
- Abfahrtkontrolle / technische Fragen: Der Prüfer stellt 2 bis 3 Fragen am Fahrzeug, etwa Reifenprofil prüfen, Beleuchtung erklären, Ölstand kontrollieren. Die Fragen stammen aus einem offiziellen Katalog und sind komplett lernbar, in der DriveDE App gibt es dafür einen eigenen kostenlosen Abfahrtkontrolle-Trainer mit allen Warnleuchten.
- Fahrt im Verkehr: Stadt, meist auch Landstraße oder Autobahnauffahrt, je nach Prüfort. Der Prüfer gibt die Richtung in standardisierten Ansagen vor.
- Grundfahraufgaben: In der Regel drei, zum Beispiel rückwärts einparken, Gefahrbremsung und Umkehren. Sie werden während der Fahrt eingestreut.
- Ergebnis sofort: Bestanden heißt Führerschein direkt vom Prüfer (bzw. Ausstellungsbestätigung). Nicht bestanden heißt kurze Begründung, und der Prüfer nennt die entscheidenden Fehler.
Die häufigsten Durchfall-Gründe
Die Statistik der Prüforganisationen ist seit Jahren stabil, es sind fast immer dieselben Kategorien:
- Vorfahrt und Rechts-vor-links: der Klassiker, besonders in Wohngebieten ohne Schilder. Ein einziger Vorfahrtsfehler beendet die Prüfung.
- Fehlende Verkehrsbeobachtung: Spiegel- und Schulterblicke, vor allem beim Abbiegen (Radfahrer!) und Spurwechsel. Prüfer achten explizit darauf, ob der Blick sichtbar ist.
- Geschwindigkeit: zu schnell in 30er-Zonen, aber auch dauerhaft zu langsam und unsicher, beides wird gewertet.
- Verhalten an Fußgängerüberwegen und Bushaltestellen.
- Grundfahraufgaben: Bordstein beim Einparken touchiert, Gefahrbremsung zu zaghaft.
Was ein Fehlversuch kostet
- Prüfungsgebühr TÜV/DEKRA plus erneutes Vorstellungsentgelt der Fahrschule: zusammen meist 250 bis 350 Euro
- Zusätzliche Fahrstunden bis zum neuen Termin: realistisch 300 bis 500 Euro
- Frühestens nach zwei Wochen darfst du wiederholen, freie Termine dauern oft länger
Ein Fehlversuch kostet also gut 600 Euro und mehrere Wochen, was danach passiert, steht hier im Detail. Deshalb gilt: Nicht zur Prüfung anmelden, wenn du dich gut fühlst, sondern wenn deine letzten Fahrten objektiv fehlerfrei waren. Und wenn vor allem der Kopf das Problem ist: Prüfungsangst lässt sich gezielt angehen.
So bereitest du dich messbar vor
- Prüfungsgebiet kennen: Prüfstrecken führen fast immer durch dieselben Rechts-vor-links-Netze und Tempo-30-Zonen. Lauf oder fahr sie ab.
- Fehler tracken statt schätzen: Notiere nach jeder Fahrt, welche Fehlerkategorien noch auftreten. Prüfungsreif bist du, wenn die kritischen Kategorien (Vorfahrt, Beobachtung) über mehrere Fahrten bei null liegen.
- Prüferansagen üben: "An der nächsten Kreuzung rechts", "Fahren Sie, wo es die Beschilderung erlaubt, wenden". Wer die Ansagen kennt, erschrickt nicht.
- Grundfahraufgaben bis zur Langeweile: Einparken auf Kommando muss auch nervös funktionieren, und der Schulterblick muss automatisch sitzen.
- Der Prüfungstag: ausgeschlafen, 15 Minuten früher da, Sehhilfe dabei, Ausweis dabei.
Nach dem Bestehen
Zwei Jahre Probezeit, 0,0 Promille für Fahranfänger unter 21, und der Führerschein gilt zunächst 15 Jahre. Und falls du aus dem Ausland kommst und deinen Führerschein umschreibst: Für dich gelten andere Regeln ohne Pflichtstunden.